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Zur Geschichte der Kirche: Die jetzige Kirche ist die dritte in Straupitz. Über den ersten Bau ist wenig bekannt: Im 13./14. Jahrhundert erbaut, wurde sie bei einem Brand 1624 zerstört. Nachdem die Familie von Houwald 1655 die Herrschaft Straupitz übernommen hatte, wurde 1657/58 eine zweite Kirche - ein Holzfachwerkbau - errichtet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Gebäude einerseits baufällig, andererseits zu klein für die große Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher. Da zur Kirchengemeinde Straupitz acht Dörfer gehören, sollte für die damals etwa 2.000 Gemeindeglieder eine Kirche mit 1.300 Plätzen errichtet werden.

Blick zum Altar Was an der Straupitzer Kirche auffällt, ist in erster Linie nicht die Größe, sondern die Bauart. Diese ist zurück zu führen auf den Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841), der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der bekannteste Baumeister und Architekt in Preussen, wohl auch in ganz Deutschland war. Schinkel war mit dem Bruder - Ernst von Houwald, ein damals nicht unbekannter Dichter - des Bauherren befreundet. So kam die Verbindung zwischen Schinkel und Straupitz zustande. In den Jahren 1828 bis 1832 konnte die neue Kirche nach Plänen Schinkels errichtet werden. Schon um 1880 wird von ersten Problemen mit dem Fundament berichtet; die sich etwa 1930 durch Grundwasserabsenkungen im Spreewald verstärkten. Den weitaus größeren Schaden erlitt das Gebäude jedoch in den letzten Apriltagen 1945 bei Kämpfen zwischen deutschen und russischen Truppen. Nach Kriegsende erfolgten notdürftige Reparaturen. In den 60er Jahren konnte die Kirche aus Mitteln der Kirchengemeinde innen restauriert werden - staatliche Beihilfen wurden nicht gewährt. Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten konnten nicht durchgeführt werden, da die erforderliche Genehmigung von den staatlichen Stellen nicht erteilt wurde. Blick zur Orgel Erst nach der Wende konnte 1992/93 eine Grundinstandsetzung (Fundamentarbeiten, Dacherneuerung, neuer Putz, neue Fenster und umfangreiche Arbeiten im Inneren) dieses Gotteshauses erfolgen. Am 3. Oktober 1993 - Erntedanksonntag und Tag der Deutschen Einheit - wurde die Kirche wieder eingeweiht. Zum Baustil: Die Straupitzer Kirche ist im Stil des Klassizismus errichtet. Schinkel, der bei seinen Italienreisen von den dort vorgefundenen antiken Gebäuden beeindruckt war, wollte das Gesehene umsetzen: Einfachheit (schlichte, einfache Formen), Helligkeit und Monumentalität kennzeichnen die von ihm entworfene Kirche in Straupitz. Sie ist damit ein typisches Beispiel für den Klassizismus.
Die fünf Bilder im Altarraum sind von den Dresdener Malern Matthäi und Baehr gemalt worden. Diese gehörten zeitweilig zur Gruppe der "Nazarener", die religiöse Motive bevorzugten. Die Bilder zeigen von links nach rechts: Johannes, den Täufer; den Apostel Petrus, Jesus Christus, den Jünger Johannes und den Apostel Paulus. Die Leuchter kamen 1882 in diese Kirche; der Taufstein stammt aus dem Jahre 1907. Die Grabsteine stammen aus der Vorgängerkirche und wurden 1995 restauriert. Die Orgel wurde 1832 von Friedrich Morgenstern in Guben gebaut, 1853/54 von Ludwig Hartig, Züllichau, wesentlich umgebaut und erweitert. Nach einem Umbau 1892 von der Firma Sauer, Frankfurt/Oder, wurde die Orgel 1992/93 von der Firma Scheffler, Sieversdorf restauriert.

 

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